dis:positions | #1 Populismus


Mittwoch, 24. Mai 2017, 19 Uhr, Institut Français, Kurfürstendamm 211
Französisch mit deutscher Übersetzung

Ein Gespenst geht um, nicht nur in Europa. Auch nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich zählt der Populismus zu den Themen der Stunde. Doch was bedeutet das eigentlich, „Populismus“? Auch die Philosophie kommt angesichts der Unklarheiten, die schon allein die Konjunktur des Begriffs mit sich bringt, nicht umhin, sich dieser Frage zu stellen – denn letztlich betrifft sie, hier und heute, die Möglichkeit der Gesellschaft als Gemeinschaft selbst. Was ist Demokratie? Was heißt Teilhabe? Was bedeutet Repräsentation? Was ist Gerechtigkeit? Welche Rolle spielen Rationalität und Affekte im politischen Prozess? Auf welche Weise sind politische Konflikte auszutragen? Diese und viele weitere Fragen kristallisieren sich im Augenblick nirgends besser als am Begriff des Populismus.

Es diskutieren:
Éric Fassin Université Paris-VIII
Estelle Ferrarese Université de Picardie Jules Verne
Jean-Claude Monod CNRS | Archives Husserl de Paris
Moderation:
Roberto Nigro Leuphana Universität Lüneburg

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe dis:positions | Französische Philosophie heute.


Éric Fassin ist Professor für Soziologie am Institut für Politikwissenschaften und am Institut für Gender Studies an der Université Paris-VIII (nach 5 Jahren an der New York University und 18 Jahren an der Pariser École Normale Supérieure) sowie assoziierter Forscher am Laboratoire d‘études de genre et de sexualité (LEGS, CNRS | Paris-VIII | Paris-Nanterre). Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt auf aktuellen Fragen der Politik von Sexualität und Rassismus in vergleichender Perspektive, insbesondere in Frankreich und den USA. Zu seinen jüngeren Publikationen zählen die Bücher Populisme. Le grand ressentiment (2017), Gauche. L’avenir d’une désillusion (2014), Roms & riverains. Une politique municipale de la race (2014), Démocratie précaire. Chroniques de la déraison d’État (2012) und Le sexe politique. Genre et sexualité au miroir transatlantique (2009).

Estelle Ferrarese ist Professorin für Moralphilosophie und Politische Philosophie an der Université Picardie Jules Verne in Amiens. Zuvor war sie Gastprofessorin an der New School for Social Research in New York, Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Research Fellow am Centre Marc Bloch. Zu ihren Veröffentlichungen zählen neben zahlreichen Aufsätzen zur Kritischen Theorie, zur deliberativen Demokratie und zur Verletzlichkeit als politischer Kategorie vor allem die Bücher Vulnerability (im Erscheinen), Ethique et politique de l’espace public. Habermas et la discussion (2015) und Qu’est-ce que lutter pour la reconnaissance? (2013).

Jean-Claude Monod ist Directeur de Recherche am CNRS | Archives Husserl de Paris und unterrichtet am Institut für Philosophie der École Normale Supérieure in Paris. In seiner Forschung befasst er sich mit Themen der politischen Philosophie, der deutschen Philosophie nach Hegel sowie der zeitgenössischen Philosophie und den Geisteswissenschaften. Zu seinen Publikationen zählen Qu‘est-ce qu‘un chef en démocratie? (2012), Penser l‘ennemi, affronter l‘exception. Réflexions critiques sur l‘actualité de Carl Schmitt (2007, Neuauflage 2016), Hans Blumenberg (2007), Sécularisation et laïcité (2007), La querelle de la sécularisation. De Hegel à Blumenberg (2002, dritte Auflage 2016), Foucault. La police des conduites (1997, Neuauflage 2009).

Roberto Nigro ist Professor für Philosophie mit Schwerpunkt kontinentale Philosophie am Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg sowie ancien directeur de programme am Collège International de Philosophie in Paris. Zuvor war er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Seine Arbeit situiert sich an der Schnittstelle zwischen der zeitgenössischen französischen Philosophie, dem Erbe der klassischen deutschen Philosophie im heutigen Denken und der italienischen Kulturtheorie und -philosophie. Zu seinen aktuellen Publikationen zählen Vierzig Jahre »Überwachen und Strafen«. Zur Aktualität der Foucault‘schen Machtanalyse (herausgegeben mit Marc Rölli, 2017), Wahrheitsregime (2015) und Ästhetik der Existenz. Lebensformen im Widerstreit (herausgegeben mit Elke Bippus und Jörg Huber, 2013).


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