Damaged Deliberations
April 2026 bis Juni 2027
Zum Verhältnis von Umwelt und Demokratie – Diskurs-, Workshop- und Filmreihe
Fragen der Ökologie und Klimakrise stellen eine grundlegende Herausforderung für vertraute demokratische Strukturen dar – eine Herausforderung, die darüber hinaus, überlagert von anderen Krisen, verdrängt durch institutionelle Überforderung, politisches Versäumen und machtvolle ökonomische Interessen, zunehmend aus dem Blick gerät. Dabei berühren sie Grundlagen davon, wie wir zusammenleben (wollen): Wie verhalten sich Umwelt und Demokratie zueinander? Was passiert, wenn individuelle Freiheit auf die Notwendigkeit trifft, Ressourcen zu begrenzen? Und lässt sich eine Form von Gemeinwesen denken, die auf die Klimakrise nicht mit weniger, sondern mit mehr Mitbestimmung reagiert?
setzt hier an – irgendwo zwischen Kunst, Theorie und Aktivismus. Die Veranstaltungsreihe fragt nach unterschiedlichen Formen des gemeinsamen Bedenkens – beschädigt („damaged“), aber nicht verstummt. Statt fertiger Antworten geht es um Suchbewegungen: um alternative Horizonte, um Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart, um Praktiken, die zeigen, dass ökologische Verantwortung und demokratische Aushandlung sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.
In offenen Formaten – Werkstätten, Screenings und Gesprächen – lädt
Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen ein, entlang der Stationen
,
,
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und
Positionen zu erkunden, die aus der Entgegensetzung von Umwelt und Demokratie hinausführen können. Solchen Fluchtlinien zu folgen zeigt möglicherweise außerdem Wege auf, Beschränkungen und Ausschlüsse der liberalen Demokratie zu überwinden, die in ihrer engen Verbindung zu Modell des Nationalstaats, der kapitalistischen Marktwirtschaft und dem Wachstumsparadigma begründet liegen.
Mit Arbeiten und Beiträgen von Marwa Arsanios, Aline Baiana, Alyssa Battistoni, Jacob Blumenfeld, Kylie Crane, Sophia Doyle, Baldeep Kaur, Sam Lubicz, Milo Probst, Total Refusal, Gala Rexer, Daniela Russ, Anna Zett und anderen.
Konzept und Organisation: Caroline Adler, Morten Paul, Hannah Wallenfels für diffrakt.
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Eine zentrale Stelle, an der Klimapolitik ausgefochten wird, ist der Zugang zu und die Verwaltung von Land und Boden. Gigantische Agribusinesses versorgen die Weltbevölkerung, zerstören aber oft im Profitinteresse durch monokulturellen Anbau oder Pestizide auch die eigenen Produktionsgrundlagen. Hergebrachte Umgangsweisen mit dem Boden werden verdrängt. Anders als die global oft indigenen Ansprüche auf – und Forderungen nach – agrikultureller Selbstverwaltung sind es in Deutschland aber auch rechte und faschistische Umdeutungen der Bedeutung von Agrikultur, „Land und Boden“, die Umweltpolitik ideologisch lenken wollen. Die Werkstatt
fragt deshalb danach, welche Rolle im Verhältnis von Umwelt und Demokratie Eingriffe in die Natur spielen können, aber auch welcher Raum ihrer Erhaltung zu kommt.
April 2026 – Screening und Gespräch mit Aline Baiana (Englisch)
Mai 2026 – Screening und Gespräch mit Sam Lubicz (Englisch)
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Die Kernfamilie gilt gerade in Krisenzeiten als sichere Bastion, die Orientierung, Halt und Sinn geben soll. In Diskursen über Tradwives und Männlichkeit auf TikTok wird die Familie zudem zunehmend als traditionelle Einheit in bestimmten Geschlechterbildern reproduziert. Dabei prägen Vorstellungen von Familie unseren Alltag, unsere Beziehungen zueinander und zu unserer erweiterten Umwelt – sowie letztlich unser Verhältnis zur Natur. Diesen Vorstellungen, ihren Hintergründen und ihren potenziellen Verwandlungen widmet sich daher die Werkstatt
.
Juni 2026 – Screening und Gespräch mit Marwa Arsanios (Englisch)
July 2026 – Workshop mit Gala Rexer & Alyssa Battistoni (Englisch)
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Müll ist, zumindest im Haushalt, jedem bekannt. Doch seine Dimensionen – einschließlich der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und materiellen Systeme und Infrastrukturen, die Abfall und Verschwendung produzieren und zugleich ihre verheerenden Folgen oft an die Peripherie auslagern – bleiben uns in der Regel verborgen. Die Werkstatt
widmet sich genau diesen sonst unsichtbaren (Infra-)Strukturen und fragt nach den Bedingungen ihrer Reproduktion, wie auch den Beziehungen (zu Land, Leuten oder politischen Visionen), die durch sie entstehen oder unmöglich werden.
September 2026 – Workshop mit Baldeep Kaur & Kylie Crane (Englisch)
Oktober 2026 – Screening und Gespräch mit Anna Zett
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Die Klimakrise stellt die etablierten demokratischen Verfahren vor neue Herausforderungen: Was geschieht mit den teilweise langwierigen demokratischen Aushandlungsprozessen angesichts einer sich zuspitzenden Klimakatastrophe? Oft wird diese Frage so beantwortet, dass Demokratie oder Klimaschutz einander als Gegensätze gegenübergestellt werden, ein gefundenes Fressen für Populist*innen und die Fossilindustrie. Die Werkstatt
fragt dagegen danach, wie ein klimawandel- und krisenfestes Gemeinwesen aussehen könnte, das mit der Ausweitung von demokratischer Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten einhergeht, statt mit ihren Einschränkungen.
Oktober 2026 – Gespräch mit Daniela Russ & Jacob Blumenfeld
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Ressourcenspekulation ist ein grundlegendes Hindernis für eine transparente und demokratische Klimapolitik. Die Werkstatt
möchte jedoch Formen des Erzählens entwickeln, die neue Beziehungen zur Natur sichtbar machen – eine Beziehung, in der Natur nicht länger bloß als Ressource betrachtet wird. Sie untersucht historische Episoden eines potenziell emanzipierten und emanzipatorischen „Ausnahmezustands“ und ihre materiellen Hinterlassenschaften und erkundet ihre Versprechen mit künstlerischen, erzählerischen und analytischen Mitteln.
Mai 2027 – Workshop mit Milo Probst & Anna Zett
June 2027 – Workshop mit Total Refusal

Veröffentlichungsdatum
Wo
diffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Sprache/n
- Englisch
- Deutsch
Über uns
Zum Verhältnis von Umwelt und Demokratie – Diskurs-, Workshop- und Filmreihe
Fragen der Ökologie und Klimakrise stellen eine grundlegende Herausforderung für vertraute demokratische Strukturen dar – eine Herausforderung, die darüber hinaus, überlagert von anderen Krisen, verdrängt durch institutionelle Überforderung, politisches Versäumen und machtvolle ökonomische Interessen, zunehmend aus dem Blick gerät. Dabei berühren sie Grundlagen davon, wie wir zusammenleben (wollen): Wie verhalten sich Umwelt und Demokratie zueinander? Was passiert, wenn individuelle Freiheit auf die Notwendigkeit trifft, Ressourcen zu begrenzen? Und lässt sich eine Form von Gemeinwesen denken, die auf die Klimakrise nicht mit weniger, sondern mit mehr Mitbestimmung reagiert?
setzt hier an – irgendwo zwischen Kunst, Theorie und Aktivismus. Die Veranstaltungsreihe fragt nach unterschiedlichen Formen des gemeinsamen Bedenkens – beschädigt („damaged“), aber nicht verstummt. Statt fertiger Antworten geht es um Suchbewegungen: um alternative Horizonte, um Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart, um Praktiken, die zeigen, dass ökologische Verantwortung und demokratische Aushandlung sich nicht gegenseitig ausschließen müssen.
In offenen Formaten – Werkstätten, Screenings und Gesprächen – lädt
Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen ein, entlang der Stationen
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Positionen zu erkunden, die aus der Entgegensetzung von Umwelt und Demokratie hinausführen können. Solchen Fluchtlinien zu folgen zeigt möglicherweise außerdem Wege auf, Beschränkungen und Ausschlüsse der liberalen Demokratie zu überwinden, die in ihrer engen Verbindung zu Modell des Nationalstaats, der kapitalistischen Marktwirtschaft und dem Wachstumsparadigma begründet liegen.
Mit Arbeiten und Beiträgen von Marwa Arsanios, Aline Baiana, Alyssa Battistoni, Jacob Blumenfeld, Kylie Crane, Sophia Doyle, Baldeep Kaur, Sam Lubicz, Milo Probst, Total Refusal, Gala Rexer, Daniela Russ, Anna Zett und anderen.
Konzept und Organisation: Caroline Adler, Morten Paul, Hannah Wallenfels für diffrakt.
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Eine zentrale Stelle, an der Klimapolitik ausgefochten wird, ist der Zugang zu und die Verwaltung von Land und Boden. Gigantische Agribusinesses versorgen die Weltbevölkerung, zerstören aber oft im Profitinteresse durch monokulturellen Anbau oder Pestizide auch die eigenen Produktionsgrundlagen. Hergebrachte Umgangsweisen mit dem Boden werden verdrängt. Anders als die global oft indigenen Ansprüche auf – und Forderungen nach – agrikultureller Selbstverwaltung sind es in Deutschland aber auch rechte und faschistische Umdeutungen der Bedeutung von Agrikultur, „Land und Boden“, die Umweltpolitik ideologisch lenken wollen. Die Werkstatt
fragt deshalb danach, welche Rolle im Verhältnis von Umwelt und Demokratie Eingriffe in die Natur spielen können, aber auch welcher Raum ihrer Erhaltung zu kommt.
April 2026 – Screening und Gespräch mit Aline Baiana (Englisch)
Mai 2026 – Screening und Gespräch mit Sam Lubicz (Englisch)
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Die Kernfamilie gilt gerade in Krisenzeiten als sichere Bastion, die Orientierung, Halt und Sinn geben soll. In Diskursen über Tradwives und Männlichkeit auf TikTok wird die Familie zudem zunehmend als traditionelle Einheit in bestimmten Geschlechterbildern reproduziert. Dabei prägen Vorstellungen von Familie unseren Alltag, unsere Beziehungen zueinander und zu unserer erweiterten Umwelt – sowie letztlich unser Verhältnis zur Natur. Diesen Vorstellungen, ihren Hintergründen und ihren potenziellen Verwandlungen widmet sich daher die Werkstatt
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Juni 2026 – Screening und Gespräch mit Marwa Arsanios (Englisch)
July 2026 – Workshop mit Gala Rexer & Alyssa Battistoni (Englisch)
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Müll ist, zumindest im Haushalt, jedem bekannt. Doch seine Dimensionen – einschließlich der sozialen, wirtschaftlichen, politischen und materiellen Systeme und Infrastrukturen, die Abfall und Verschwendung produzieren und zugleich ihre verheerenden Folgen oft an die Peripherie auslagern – bleiben uns in der Regel verborgen. Die Werkstatt
widmet sich genau diesen sonst unsichtbaren (Infra-)Strukturen und fragt nach den Bedingungen ihrer Reproduktion, wie auch den Beziehungen (zu Land, Leuten oder politischen Visionen), die durch sie entstehen oder unmöglich werden.
September 2026 – Workshop mit Baldeep Kaur & Kylie Crane (Englisch)
Oktober 2026 – Screening und Gespräch mit Anna Zett
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Die Klimakrise stellt die etablierten demokratischen Verfahren vor neue Herausforderungen: Was geschieht mit den teilweise langwierigen demokratischen Aushandlungsprozessen angesichts einer sich zuspitzenden Klimakatastrophe? Oft wird diese Frage so beantwortet, dass Demokratie oder Klimaschutz einander als Gegensätze gegenübergestellt werden, ein gefundenes Fressen für Populist*innen und die Fossilindustrie. Die Werkstatt
fragt dagegen danach, wie ein klimawandel- und krisenfestes Gemeinwesen aussehen könnte, das mit der Ausweitung von demokratischer Mitbestimmung und Gestaltungsmöglichkeiten einhergeht, statt mit ihren Einschränkungen.
Oktober 2026 – Gespräch mit Daniela Russ & Jacob Blumenfeld
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Ressourcenspekulation ist ein grundlegendes Hindernis für eine transparente und demokratische Klimapolitik. Die Werkstatt
möchte jedoch Formen des Erzählens entwickeln, die neue Beziehungen zur Natur sichtbar machen – eine Beziehung, in der Natur nicht länger bloß als Ressource betrachtet wird. Sie untersucht historische Episoden eines potenziell emanzipierten und emanzipatorischen „Ausnahmezustands“ und ihre materiellen Hinterlassenschaften und erkundet ihre Versprechen mit künstlerischen, erzählerischen und analytischen Mitteln.
Mai 2027 – Workshop mit Milo Probst & Anna Zett
June 2027 – Workshop mit Total Refusal

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