Radikalität und Selbstgebrauch

Conversation with
Georg Dickmann | Mirjam Schaub

Was bedeutet es heute noch, radikal zu sein, wenn die Gegenwart von Selbstoptimierung sowie affektliberaler Achtsamkeit gezeichnet ist und jeder Widerstand Gefahr läuft, als ästhetisierter Content absorbiert zu werden? Kann Kunst heute überhaupt noch radikal sein, und was hat Radikalität mit dem Gebrauch des eigenen Lebens zu tun? Über diese Fragen wollen Mirjam Schaub und Georg Dickmann in einem gemeinsamen Gespräch nachdenken. Ausgehend von Mirjam Schaubs aktuellem Doppelband zur Kulturgeschichte der Radikalität untersuchen sie die prekären Schnittstellen zwischen Kunst, Theorie, Popkultur und existenziellem Ernst. Dabei sollen die Gemeinsamkeiten und Differenzen zu Nachbarbegriffen wie Extremismus, Militanz oder Unerpressbarkeit ebenso abgetastet werden wie die Frage, ob Radikalität die Lücke zwischen Theorie und Praxis zu schließen vermag. Anhand von Beispielen aus dem Kunstfeld und der Populärkultur lotet das Gespräch aus, inwiefern Praktiken des „Selbstgebrauchs“ dabei das Mittel der Wahl sein können.